Verfasst von Barbara on Februar 19th, 2010
So, es ist soweit: morgen werde ich aus der Klinik Schützen austreten und in den Alltag wieder einsteigen. In den letzten Tagen habe ich mich von meinen wichtigsten Betreuern verabschieden und Bilanz ziehen können. Die sieht durchwegs positiv aus. Der Klinikaufenthalt gab mir physisch wie psychisch eine solide Grundlage auf welcher ich nun wieder aufbauen kann.
Und Aufbauarbeit wartet nun zu Hauf auf mich: Wie gehe ich nun
- mit der Krankheit Krebs um? und mit dem Burnout
- mit meinen Kräften um?
- mit meiner Zufkunft um?
- was ziehe ich an meiner Hochzeit an?
Ich gebe zu, nicht alle dieser Themen sind von derselben Relevanz. Es ist jedoch unbestreitbar, dass alle eine gewisse Dringlichkeit haben :) und so werde ich denn ab Samstag Mittag wohl im Projekt “futurebabs” die Leitung übernehmen und versuchen das Ding zu schaukeln.
Als erste Amtshandlung ist eine komplete und gründliche Reinigung unserer Wohnung durch Räuchern vorgesehen. Ich fühle mich von Gerüchen die sehr mit Krebs und Depression verbunden sind gestört. Die sollen also nun buchstäblich verduften! Letzte Woche erhielt ich eine Einführung in dieses Handwerk und anschliessend gingen wir die notwendigen Artikel einkaufen. Ich freue mich auf dieses Ritual, denn es wird der Start zu meinem unfreiwilligen aber soooooo willkommenen neuen Leben.
Stay tuned …
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Tags: futurebabs, Krebs, neues Leben, Räuchern
Verfasst von Barbara on Februar 12th, 2010
Heute war Chemotag 3.2. - dritter Zyklus, zweite Woche – bin langsam Profi im Gift in mich reinpumpen lassen, voll easy. Ich werde ja auch sehr gut betreut! Letzte Woche wurde zum ersten Male nach meinem Austritt aus dem Kantonsspital Olten Blut für die Bestimmung des Tumormarkers entnommen. Das Resultat wurde mir heute bekannt gegeben – und mit den folgenden Worten hab ichs einfach auf meiner facebook seite rauslassen müssen:
Barbara Renz ’s Tumormarker hat sich von einer vierstelligen Horrorzahl auf 162 verkleinert!!! - die Mühen der Chemotherapie lohnen sich!!! - getreu nach dem Motto: “fuck yourself, you bloody Basterd Kackkrebs”!!!!
Es ist unwahrscheinlich wie eine solche Nachricht sichtbar macht wie gross die Anspannung war. Es fallen immer noch sämtliche Steinbrocken die in irgendeinem Gebirgszug auf dieser Welt vorhanden sind von meiner Brust! Es ist die (temporäre) Aufhebung meines vor kurzem erhaltenen Todesurteil. Quasi die Begnadigung für dieses Mal.
Das lähmt mich, macht mich sprachlos und vorallem einfach unendlich dankbar. Und es macht mir klar, dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist und dass es sich lohnt zu kämpfen.
Nur ist kämpfen alleine auf weiter Flur nicht lustig und irgendwie ja auch nicht effizient. Allen die diesen Weg einfach mit mir gehen und mich unterstützen gebührt hier mein herzlichster und innigster Dank. Es ist mir zwar bewusst dass ich gar nicht genug danken kann für all die guten Dinge die ihr mir im Moment tut. Aber ich kann euch sagen, es tut mir gut und ich freue mich einfach, dass wir alle noch ein Stück Weg zusammen gehen dürfen.
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Tags: Danke, Krebs
Verfasst von Barbara on Februar 6th, 2010
Heute wollte ich es doch noch einmal versuchen, einen sich badenden Schwan in wundervollem Abendlicht zu finden. Zwar fand ich einen Schwan, aber der badete sich nicht.

Und hier noch ein paar schöne Stimmungsbilder vom winterlichen Rhein:


Es war ein wunderschöner, ruhiger Samstagabend.
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Verfasst von Barbara on Februar 6th, 2010
Auf meiner Internetreise durch Sites die sich mit meiner Krankheit, der Trauer um meine Mutter (und allen anderen Aspekte die damit ja auch noch verbunden sind) beschäftigen, bin ich auf die Seite von Dakri – für Begleitung in Trauer, Schmerz, Neuanfang gestossen.
Besonders aufgefallen ist, und sehr gefallen tut mir der folgende Satz:
“Dass uns das Schicksal immer wieder trifft, gehört zum Leben. Das ist nicht das Verhängnisvolle. Verhängnisvoll ist, dass wir aufgrund unserer Trauerunfähigkeit darauf nicht zu reagieren wissen.”
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Verfasst von Barbara on Februar 6th, 2010
Seit der Krebsdiagnose im vergangenen November steuere ich mit grosser, positiver Zuversicht durch diesen Strom der Unsicherheit, Ängste und Trauer. Ich bin überzeugt, dass ich dies nur tun kann, weil ich ein sehr grosses und vor allem sehr, sehr gutes Umfeld um mich herum habe. Und weil ich gerade deswegen noch eine Weile hier bleiben will. Dunkle Momente gibt es sicher auch, die lasse ich zu, vorbeigehen und danach geht es wieder zuversichtlich weiter. Auf einem Weg dessen Ende noch (lange) nicht in Sicht ist.
Diese Woche jedoch las ich den Zeitungsarktiel “Der Wahn des positiven Denkens” im Tagi der mich nachdenklich machte. Es geht um ein Buch einer amerikanischen Wissenschaftlerin. Sie erhielt die Diagnose Brustkrebs. Bei Nachforschungen im Internet stiess sie offensichtlich auf “positive thinking- Wahnsinnige” und sah darin die Gefahr von Verdrängung und Druck.
Wahrscheinlich braucht es ein Mittelmass an beidem. Ich nehme mir aus diesem Artikel mit, dass ich auch bei aller Zuversicht und positiver Einstellung, wie bisher, die traurigen Momente, die schwarzen Gedanken, die Tränen und die Wut kommen lasse, zulasse und versuche so gut es geht auszuhalten, zu verabschieden und dann weiter zu gehen und das nächste in Angriff zu nehmen.
Und dieses Buch kaufe ich nicht. Wen’s aber doch interessiert, hier die Angaben dazu:
Barbara Ehrenreich: Smile or Die. How Positive Thinking Fooled America & the World. Granta Publications, London 2009. 235 S., ca. 28 Fr.
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Verfasst von Barbara on Februar 6th, 2010
Unterwegs mit der Lensbaby … aufgenommen am 4. Februar, kurz vor der “Schwan-Session”.

Ort: Inseli, Rheinfelden (CH)
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Tags: Fluss, Lensbaby
Verfasst von Barbara on Februar 4th, 2010
hab ich nach der heutigen Chemo gemacht, da ist mein Hirn etwas langsamer als sonst ;-)), das ist wohl der Grund warum ich die ISO Zahl sehr hoch habe eingestellt gelassen.



Wäre die etwas kleiner, würden die Bilder nicht so “rauschen”. Aber so haben sie doch auch ihren Reiz. Auf alle Fälle heisst das, dass ich unbedingt wieder mal auf die Pirsch muss … :)
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Verfasst von Barbara on Februar 3rd, 2010
Mein letzter Eintrag, datiert vom 5. Juni 2009, deutet bereits an dass das vergangene Jahr weit entfernt von Friede, Freude, Eierkuchen war. Sehr weit davon entfernt.
Zur Zeit halte ich mich in der Klinik Schützen in Rheinfelden auf. Ich habe das Privileg in der Abteilung 5 Aufnahme gefunden zu haben. Abteilung 5 nimmt vorwiegend Krebspatienten auf, man nennt sie auch die “Psychonkologische”.
Nachdem ich ab Ende Oktober mit einem Burnout zu Hause sass, brachte am 23. November eine gynäkologische Untersuchung die verheerende Diagnose: Eierstockkrebs. Von diesem Zeitpunkt an ging es schlagartig weiter: CT, Vorabbesprechung mit den Ärtztinnen und nur etwas mehr als eine Woche später, am 3. Dezember 2009, die radikale (Entfernung von Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcken, Blinddarm, etc.), vier Stunden dauernde Operation im Kantonsspital Olten. Hier verbrachte ich fast den ganzen Dezember, mit Ausnahme von ein paar Tagen die ich, über Weihnachten, zu Hause verbringen durfte. Am 29. Dezember 2009 trat ich dann in die Klinik Schützen in Rheinfelden ein.
Seither ist etwas mehr als ein Monat vergangen und ich habe langsam wieder das Gefühl ins Leben zurück zu kehren. Da ist es wohl sehr naheliegend, dass ich das Bloggen wieder aufnehme. So hoffe ich doch mal, dass hier künftig etwas mehr Aktivität zu sehen ist, als in den vergangenen 12 Monaten.
Um es vorweg zu nehmen: mir geht es gut! Ich bin im Moment quasi mitten in der Chemotherapie und so wie die Ärzte nach der Operation berichtet haben, wurden die bösartigen Tumore entfernt. Was geblieben ist, sind winzige Tumörchen, denen wir nun mit dieser Chemotherapie den Garaus machen wollen.
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Tags: Barbara, Krebs, KSO, Schützen Rheinfelden
Verfasst von Barbara on Juni 5th, 2009
wir sind nun im monat juni 2009 – der unfall meiner eltern liegt vier monate zurück. nach einer ersten, sehr turbulenten zeit schien sich der alltag wieder einzufinden. wir fanden alle langsam mehr oder weniger wieder ins leben zurück, jedenfalls dachte ich das.
die herausforderungen die die neue situation an die ganze familie stellt sind nicht sehr einfach. zumal jeder seine geschichte hat und diese natürlich im umgang miteinander besonders jetzt sehr deutlich spürbar wird.
eines ist sicher: alle wollen, dass es gut kommt. nur sind wahrscheinlich die ansichten wie das zu bewerkstelligen ist nicht übereinstimmend. und das wird für alle wohl langsam aber sicher zu viel.
bei mir macht sich die erschöpfung langsam durch immer wiederkehrende weinkrämpfe und teilweise orientierungslosigkeit bemerkbar. es ist so unendlich schwer einfach damit fertig zu werden, dass eine person nicht mehr da ist. es ist einfach noch zu früh um einfach abzuschliessen.
nächste woche habe ich einen hausartzt termin. ich möchte, dass er mich zu einer gesprächsteraphie weiterleitet. ich möchte dieses tränental verlassen, meine trauer aber doch ausleben und dabei aber vorallem ein leben frei von negativen emotionen leben können. dazu brauche ich hilfe.
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Verfasst von Barbara on Mai 4th, 2009
Das habe ich gelernt am Wochenende, so kommt man schreibenderweise in Schwung: Mein Kopf ist leer, ich weiss nicht was schreiben, mein Kopf ist leer, ich weiss nicht was schreiben …
… es kommt mir Mümliswil in den Sinn. Warum denn das? Wohl weil wir da am letzten Samstag einen Cache ausgesetzt haben und weil von dort das neugeborene Baby von Bekannten kommt. Also, es wird dann da wohnen, wenn, genaugenommen, er und seine Mutter dann wieder aus dem Spital kommen. Er, das ist der Mathia und er kam gestern morgen in aller Herrgottsfrühe zur Welt. Das war noch eine Sache, bis er da war. Zuerst wollte er viel zu früh kommen, seine Mama musste daher schon bald zu Hause bleiben, sich eher liegender Weise aufhalten und sich vorallem nicht mehr bewegen. Und dann, als die Zeit soweit reif war dass es kein Problem mehr war wenn er auch früher kam, kam er nicht. Jedenfalls nicht sofort. Seine Mama hatte schon die Befürchtung er würde ausserordentlich lange brauchen bis er zur Welt kommen wolle. “Überträge” wie wir das in der Schweiz nennen, werde sie. Aber nun kam er, soweit ich mich erinnern mag, doch ziemlich zur prophezeiten Zeit.
Ich wünsche Mathia und seinen Eltern einen wundervollen Start und viel, viel Freude :)
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